Farbauszüge (YCM/RGB)

Dass die Film-Bibliotheken der Majors in den USA für die Langzeitsicherung historischer Filme auf die klassische Technik der Farbauszüge setzen, lässt sich auch mit der langen erfolgreichen Tradition der Technicolor-Technik erklären. Um von den berühmten Technicolor-Streifen z.B. aus den dreißiger Jahren neue Farbkopien herzustellen, bedarf es keiner aufwändigen Farbrestaurierung wie bei den später eingeführten Mehrschichtenfarbfilmen von Kodak oder Agfa, deren in die Gelatineschicht eingelagerte Farbpigmente chemisch instabil sind; denn als Ausgangsmaterial dienen die bei optimalen Lagerbedingungen über 80 Jahre nahezu im Originalzustand erhaltenen Farbauszüge auf Schwarzweißfilm, die sogenannten „YCM’s“. Sie entstanden beim Dreh mit der klobigen Technicolor- Kamera, in der drei gleichzeitig durch die Kamera laufende Schwarzweißfilme – eben jene „YCM’s“ – mit der Hilfe farbiger Filter belichtet wurden. In späteren Jahren ließen sich auch von einem farbigen Mehrschichtnegativ der Hersteller Kodak, Agfa, Fuji, etc. auf einer Greifer-Kopiermaschine (Step-Printer) mit entsprechender Filterung nachträglich drei Farbauszüge auf Schwarzweißfilm erzeugen. Dafür benutzte man panchromatischen Positiv-Duplikat-Film, z. B. Eastman-Separation-Film. Der klassische Technicolor-Dye-Transfer-Kopierprozess, der dem Offset-Druck ähnelt und mit der Hilfe von 3 Matrixfilmen die Filmframes auf Blankfilm druckt, ist wie dieser subtraktiv und benutzt den Farbraum Yellow, Cyan und Magenta (YCM). Seit dem Auslaufen der Dye-Transfer-Technik werden moderne Farbauszüge von analogen Ausgangsmaterialien mit Step-Printern und von digitalen Dateien mit ARRilasern zur Langzeitsicherung auf Polyesterfilm ausbelichtet. Für den additiven Farbraum kommen rote, grüne und blaue Farbfilter zum Einsatz (RGB). Zur Re-Digitalisierung der Farbauszüge (Separation-Master) wird meist ein ARRiscan benutzt. Dieser Prozess ist sehr kostspielig, da aber für die fragile digitale Archivierung mehr als das Zehnfache der Kosten einer konventionellen Filmarchivierung aufgebracht werden muss, macht er sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte bezahlt.

[HH]

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